Unsere Position*:

*Download

 

Windkraftanlagen gehören nicht nur nicht in den Wald, sondern sie gehören überhaupt nicht in die Natur! Vor allem dann nicht, wenn sie solche Exzellenzkriterien aufweist wie die hiesige Natur im Nordosten des Landkreises: streng geschützte Pflanzen, seltene und bedrohte Tier- und Vogelarten wie Seeadler, Kranich, Schwarzstorch, Sperlingskauz, Wiedehopf usw. Viel eher eignen sich jene 13.000 Autobahnkilometer, auf die Peter Wohlleben ("Der Wald") und Harald Welzer ("Selbst denken") hinweisen, und viele andere „vorbelastete Gebiete“ für solche nachhaltigen Industrieanlagen, die am falschen Ort einen enorm zerstörerischen Charakter haben. Wenn der Umweltschutz jene Natur verdrängt und vernichtet, zu deren Erhalt er einmal politisch angetreten war, ist das eine frevlerische Absurdität! Das liegt daran, dass Windkraftanlagen zu Gelddruckmaschinen für Reiche geworden sind, die den Hals nicht voll kriegen und die klammen Gemeinden mit lächerlichen Summen verführen. Das Problem ist die privatwirtschaftliche Organisation des Energiesektors, sprich die ausufernden Profit-Interessen, die sich allzu gern ein ethisches Mäntelchen umhängen. Dabei wird mit jeder neuen Anlage lediglich der Energiehunger bestätigt, der die ungebremste Nachfrageseite des Irrsinns darstellt. Schon vergessen: Im Jahr 2013 steuerte die Energiewirtschaft auf einen neuen Exportüberschuss zu: 26 Terawattstunden – so viel wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik! Und, wie bekannt, Lüchow-Dannenberg versorgt sich bereits seit ein paar Jahren zu 115% regenerativ! Wozu also immer noch mehr? Richtig wäre es doch, vorhandene Energieüberschüsse viel besser zu speichern und endlich mit der reichlich vorhandenen Energie sparsam zu haushalten statt ihre Produktion noch weiter aufzublähen. So würde man beispielsweise allein schon 100 Terawatt einsparen, wenn man landesweit LED-Leuchtdioden zur Erhellung benutzen würde. Das entspräche dem Strom, den alle verbliebenen Atomkraftwerke produzieren! Statt dessen klammert sich die Politik an die Religion des unendlichen Wachstums, die mittlerweile längst auch den "grünen" Sektor erreicht hat. Eine solche "Energiewende" führt dazu, dass Jahr für Jahr trotz aller Beteuerungen und trotz unzähliger Energiegipfel der weltweite CO2-Ausstoß zunimmt. Wir teilen den "ergrünten" Glauben der Politiker aller Couleur an den Erfolg der jetzigen "Energiewende" daher schon längst nicht mehr, denn diese "[...] Energiewende schützt die Umwelt nicht und das Klima bestenfalls teilweise. [...] ‚Grüne‘ Ziele sind der Politik recht und billig, solange Teile von Wirtschaft und Industrie davon profitieren, etwa weil der Bau von Windkraft, Solaranlagen und intelligenten Stromnetzen Wachstum generiert"1 – ein Wachstum, das, wie wir wissen, mittlerweile in jeglicher Hinsicht unbezahlbare Folgekosten zeitigt, weil es angesichts der Ressourceknappheit objektiv einen zerstörerischen Charakter aufweist. Wir müssen weg von plündernden Lebensstilen hin zu genügsameren Formen des Verbrauchs. Neue WEA würden über den sog. 'Rebound-Effekt' dazu führen, dass Energie, weil sie ja ohne Bedenken entsteht, umso bedenkenloser und umso mehr verbraucht würde. Für diesen prekären Mechanismus Natur oder gar Wald zu opfern und der Bevölkerung verringerte Mindestabstände zwischen ihren Wohnorten und der "grünen" Industrie zuzumuten, ist absolut nicht akzeptabel.
 

1 vgl.: Friedrich Schmidt-Bleek (2014): Grüne Lügen. Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft – wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten. München [Ludwig-Verlag], S 183-187